Thema: Niedriglohn
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Alt 28.06.17, 12:29   #226
Kleinlok
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Die Armut ist entweder gewollt oder gewollt iin Kauf geommen! Beides ist eine Sauerei den so willkürlich(!) arm gemachten Menschen gegenüber und wird im Chaos und Anarchie enden, wenn da nicht endlich eine ganz deutliuche Kurskorrektur kommt.
Leider machen einfach zu viele Menschen schucksdalsergeben in diesem miesen devoten Spiel mit, das da in der Welt und auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft. Wer Arbeit sucht und nicht gerade eine sehr nachgefragte Qualifikation mitbringt, einfach nur einen soliden Job machen will, wird leider oft von oben herab und anmassend behandelt.

Ich melde meine Kritik an Jobangeboten, die ich richtig scheiße finde,denjenigen, die dafür verantwortlich sind, ein Beispiel:

Zitat:
Sehr geehrter Herr (...),

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Zu Ihren Fragen:

Ich bin Stundent, allerdings Langzeitstudent, aber nehme diesen Status wirklich wahr. Sprich ich bin an fairen Jobs interessiert um mein Leben finanzieren, zumindest teilfinanzieren zu können, nur die gibt es kaum und die akzeptablen scheinen alle unter der Hand wegzugehen. Was öffentlich ausgeschrieben wird ist zu 90% die Einladung sich bitte schön arm zu arbeiten und das stört mich sehr.

Wenn ich dann zu allem Überfluss den Eindruck bekomme, dass die Not auf dem prekären deutschen Arbeitsmarkt devote Untugenden provoziert, werde ich richtig sauer. Ich will und kann arbeiten, aber ich prostituiere mich nicht.
Da mir aber der deutsche Arbeitsmarkt als Bordell vorkommt, gehe ich entschieden gegen die Anlässe meiner Wut vor, das tut mit gut und das sehe ich aus psychologischer Sicht als genial.

In diesem Zusammenhang stelle ich kritische Anfragen an Jobanbieter, wenn mir deren Jobanghebote als fragwürdig erscheinen oder lasse ich gleich offensiv meine Kritik heraus, wenn diese Angebote definitiv als unfair erscheinen.

Da wäre ich bei Ihrem Jobangebot:

Ich habe kein Verständnis, wenn die Auskunft über die Bezahlung so offen gelassen wird, wie das bei Ihrem Angebot der Fall ist. Diese Intransparenz erscheint mir willkürlich gewählt

und das sehe ich als sehr unfair gegenüber den etwaigen studentischen Bewerber/innen. Selbst, wenn Sie abhängig von diversen Faktoren mit sich über den Stundenlohn handeln ließen, dann wäre es nur fair dies auszusagen und den etaigen Verhandlungsrahmen zu beschreiben.

Viele kaufen ungern die Katze im Sack und die meisten möchten sicher gerne wissen, ob auf ihre jeweilige Lebenssituation bezogen ein Jobangebot für sie taugt. Dass das bei vielen Jobangeboten bewusst verunmöglicht werden soll, ist eine devote Praxis von oft geizigen Arbeitnehmern und das bringt mich berechtigt auf die Palme.

Das habe ich auch Großunternehmen (z.B. Daimler AG und Deutsche Bahn) wissen lassen. Da fahre ich dann ganz andere Geschütze auf und die Lokführergewerkschaft findet es geil.

Diejenigen, die sich überhaupt auf prekäre Angebote einlassen, brauchen das Geld und mehr Lohn wäre für dieses Klientel kein Fehler, aber leider scheinen gerade Menschen, die auf einen Zuverdienst angewiesen sind als Opfer einer
geizigen und unfairen Arbeitgeberpraxis angedacht.

Und genau diesen Vorwurf mache ich Ihnen. Ich vermute dass Sie sehr wohl eine halbwegs konkrete Vorstellung haben dürften, was sie an Lohn bezahlten möchten, Sie halten sich da aber unfair bedeckt, auch in ihrer Antwort lassen Sie mathematisch immer noch eine absurd hohe Bandbreite des Stundenlohns offen: Sie zahlen mehr als den Mindestlohn und weniger als 15 €/h. Zwischen knapp 9 €/h Mindetlohn und den besagten 15 €i/h liegen 6 € Differenz und für diese diffuse nichtssagende Darstellung geht mir das Verständnis ab, denn die Arbeit dürfte die gleiche bleiben. Der Verdacht darauf, dass auch nur ein popelig geringer Stundenlohn von schlappen 10 Euro in Ihrem Fall denkbar wäre, lässt Ihr Angebot nicht für studierende Personen als geeignet erscheinen.

Die Sache mit dem Bewerbungsbild empfinde ich grundsätzlich als lächerlich. Kaum ein Mensch lässt bei einer Bewerbung einen ungepflegten Zustand erkennen, zumindest dann nicht, wenn der Job noch eine gwisse Atrraktivität für einen etwaigen Bewerber/in aufweist und der sich wirklich motiviert bwirbt. Das sehe ich auf Ihr Jobangebot als fragwürdig. Eine Beschäftigung, die in unserer westlich-dekadenten Welt kaum soziales Ansehen genießt in Kombination eines geringfügig angedachten max. Monatsverdienstes von 250 Euro kann nun wirklich nicht als attraktiv gelten. Den Job machen vielleicht Frauen aus dem Ausland mit nicht ausreichender finanzieller Basis, hier ein Bewerbungsverfahren präferieren zu wollen, das für begehrte Jobs vorausgesetzt wird, sehe ich als lächerlich. Und unfair, sie wollen aussagefäguige Infos über die Bewerber/innen, passen aber selber bei den Lohnauskünften. Sie möchten wissen, wo Sie dran sind, die Bewerber/innen erfahren das aber vermutlich erst im etwaigen Bewerbungsgespräch und stellen vielleicht erst dann enttäuscht fest, dass der Job aus deren Sicht nichts taugt.

Sorry, Ihr Jobangebot nehme ich in diser Form der Ausschreibung als eines der Angebote wahr, die den studentischen Arbeitsmarkt belasten und ich kann Ihrer Argumentationslinie nicht folgen.

Wenn Sie als junge Famile nicht viel Lohn bezahlen können, dann sehe ich Sie als Benachteiligte einer defekten Familenpolitik, sehe Sie aber dann immer noch verpflichtet, ehrlich über Ihre Lohnvorstellung zu informieren.

Nur das ist fair.

Und wenn Sie als junge Famile besser zahlen könnten, das aber evtl. nicht wollen und dann den Geringverdienst abhängig von der Marktsituation bestimmen wollen (alles schon dagewesen und in diesem Deutschland inzwischen gängige Praxis), dann wäre das doppelt unfair.

Diese etwaige Unfairness kann für Sie zum Rohrkrepierer werden, denn wenn wer den Job macht und wegen etwaiger Defizite unglücklich damit werden könnte, der bzw. besser gesagt die bleibt nicht lange und ihr Wunsch nach einem längerfristigen Arbeitsverhältnis dürfte sich nicht erfüllen. Schlechte Jobs gibt´s in diesem Land wie Sand am Meer, ordentlichen Lohn hier zu verdienen ist schwierig, aber den schlechten Job zu wechseln ist ein Kinderspiel.

Bitte verstehen Sie meine Ausführungen nicht als persönlich gemeinte Kritik, laut meiner Einschätzung übertragen Sie da vermutlich Praktiken mit denen Sie selber als Arbeitnehmer konfrontiert sind, nur wenn ich von diesen Praktiken nichts halte, dann möchte ich da nicht mit meiner Kritik hinter dem Berg halten.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
__________________
Auf der Wehratalbahn sollen wieder Züge fahren.

https://www.facebook.com/Reaktivieru...08351/?fref=ts

Und auf der genialen "Spessartrampe" soll Zugverkehr
möglich bleiben:

https://www.facebook.com/Fans-und-Fr...ts&pnref=story
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