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Alt 03.05.17, 19:46   #31
Aderyn
Forenhofnarr
 
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Ort: Bruchsteinhaus mit vielen Fenstern mitten auf der Erde, Milchstraße im Super-Galaxienhaufen Laniakea
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Zitat:
Zitat von Redwing Beitrag anzeigen
Und nun zum Text:

Leute, es ist an der Zeit zu begreifen, daß all die negativen Dinge, wie etwa ausufernde Armut und Dumpinglöhne, Gammelfleischskandal hier, Klinikskandal dort, Rationalisierungsorgien, etc. alles bloß Symptome von etwas sind - Resultate und nicht Ursachen. Und jeder, der diese Dinge kritisiert, aber nicht konsequent das System dahinter, ist meines Erachtens naiv und/oder ein Heuchler. Zu alledem und vielem mehr nun dieser Text.

Mittlerweile dürfte jedem, der nicht unter extremem Realitätsverlust leidet, eigentlich klar sein, daß dieses System am sterben ist und keine Herumdokterei der Welt es mehr dauerhaft retten kann.
...
Eigentlich war hier die allgemeine Beurteilung, wie sie auch andere treffen würden, beendet.

Aber eine Frage:
Zitat:
Daß „Kapitalismus light“ gegen aggressiven Normalkapitalismus auf Dauer nicht bestehen kann, ist klar, denn nur echter Sozialismus und vielleicht auch Kommunismus kann funktionieren und ist nahezu hieb- und stichfest sowie durchdacht von A bis Z.
Worauf basiert Deine Behauptung, dass denn nur echter Sozialismus und vielleicht auch Kommunismus funktionieren kann und was verstehst Du unter "funktionieren"?
Oder anders gefragt, für wen und wie soll es funktionieren und warum und wie begründest Du das?

Und Frage 2: woher glaubst Du beurteilen zu können, dass Kommunismus "nahezu hieb- und stichfest sowie durchdacht von A bis Z" ist?
Mal abgesehen von den Abgründen, die sich in der Person Marx versammelten, aber er lebte im 19. Jahrhundert, wir im 21. Jahrhundert.
Er beurteilte gesellschaftliche Prozesse, die es in dieser Konstellation so heute nicht mehr gibt. Im Grunde gibt es nicht einmal mehr die Arbeiterklasse, auch gibt es nicht die himmelschreiende Not von damals.
Sicher, es gibt andere Formen von Armut- aber auf einem anderen Niveau.

Der reale Sozialismus (Kommunismus gab es nicht ansatzweise) scheiterte u.a. ganz einfach an den realen Menschen, einerseits an idiotischen Funktionären, andererseits an Menschen, die gegen die äußeren Repressionen (z.B Ende der 40er und 50er Jahre) inneren Widerstand entgegensetzten, also innerlich längst gekündigt hatten. Es scheiterte an ganz banalem Egoismus und sich daraus ergebenden Konsequenzen, wenn es ein Massenphänomen wird- manche würde das als Bewußtseinsfragen einordnen.
Da kommen wir zum Punkt- wie soll es gehen, ohne die Menschen dabei mit auf einen - vor allem - gangbaren Weg zu bringen, den sie auch annehmen können?
Von all den äußeren Widerständen und Anfeindungen, Boykotten etc. mal ganz abgesehen. Das blenden wir mal aus- ich wollte den Blick nur auf die Menschen selbst lenken.

Viele begehen auch heute noch den (Denk)Fehler und meinen, die Masse der Menschen würde schon bereitstehen und geschlossen im Denken, Wollen und Handeln einer wie auch immer gerarteten Zukunft entgegenstreben.
Zunächst dürfte schon der simple Aspekt, nämlich die individuelle Vorstellung von dem, was man (für sich) als gut und wünschenswert erachtet, dafür sorgen, dass die Menschen eben nicht mal eben bereitstehen und lediglich von jemandem "die Richtung" gezeigt bekommen wollen.

Zitat:
Was soll daran bitte schön nicht funktionieren, wenn die Arbeit, für die sich sonst einer alleine abrackern müßte, von zwei Menschen getan wird, die es dann leichter haben, nur circa die halbe Zeit brauchen und früher nach Hause gehen können? So hingegen ist einer arbeitslos und der andere rackert sich tot. Wenn es keine reichen Leute mehr gibt und alle Menschen für ihre Arbeit gerechterweise weitgehend den gleichen Betrag ausgezahlt bekommen, dann wäre genug Geld da, um den ganzen Teilzeitarbeitern trotzdem ihren vollen Lohn (oder mehr) auszuzahlen.
Was verstehst Du unter "reich"?

Was wir hier besitzen, dürfte für andere schon unerreichbar sein.
Wenn ich z.B. an die Zeit vor der Wende zurückdenke: wir hatten eine große Wohnung, die sich jeder hätte leisten können, allerdings unsaniert, mit Plumpsklo eine Treppe tiefer und ohne Bad, Ofenheizung. Die Eltern hatten Arbeit, Einkommen, konnten davon Miete, Strom, Kleidung, Nahrung bezahlen.
Konsumorientierung, so wie heute, als Ersatzbefriedigung für was auch immer, gab es damals so nicht- auch mangels Angeboten bzw. waren Luxusgüter- z-.B. ein Fernseher richtig teuer.
Bücher waren dagegen sehr preiswert, ebenso wie Kulturbesuche an sich.
Heute schaut man gern abfällig auf die damalige Lebenssituation zurück. Vergleicht man aber, woraus diese entstand und wie es z.B. 100 Jahre vorher aussah, war das bereits wesentlich mehr an Lebensstandard und soz. Sicherheit, also für die Masse gesehen.

Dennoch schaute und schielte alles gern auf "Westprodukte" und vergaß recht schnell all dieses für die Masse Erreichte nach der Wende, zugunsten von Kitsch und Co.
Heute wünschen sich die Leute "ihre Ostprodukte" wieder, die sie 1990 vollkommen ignorierten, dabei übersehend, dass sie damit selbst mit Hand anlegten, ihre eigenen Arbeitsplätze abzusägen, denn wenn nichts verkauft wird, hat der Betrieb irgendwann ein Problem mehr.

Vergleiche ich aber das, was ich zum Leben besitze, mit dem, was man damals hatte, ist an materiellen Gütern (ohne, dass ich viel verdienen würde) einiges dazugekommen, an was früher nicht zu denken war. Mal davon abgesehen, dass durch verschiedene Umstände sich das auch wieder ändern könnte.
Aber zum Konsumjunkie bin ich nicht geworden, eher sparsam.
Im Vergleich zu anderen - das ist immer relativ- bin ich entweder eine arme Suppe oder reich an materiellen Dingen bzw. auf den Zugriff auf Ressourcen bezogen.

Außerdem denke ich, dass Du den Fehler begehst, wenn Du von Arbeits- und Einkommensverteilung im globalen Maßstab schreibst, dass Du den westlichen Maßstab auf andere Völker und deren Wollen anlegst, ohne deren Wollen zu kennen und ohne deren Umstände, kulturellen Aspekte zu berücksichtigen.
Wer sagt denn, dass andere überhaupt das gleiche "Interesse" an Arbeit haben, wie z.B. wir hier in den westl. Ländern?

Du hast so viel geschrieben- ein Gedankenkonstrukt, was aufeinander aufbaut, wobei ich noch nicht alles gelesen habe.
Aber Du siehst, ich ziehe ein paar wenige Bausteine heraus und hinterfrage sie, wobei dann klar sein dürfte, dass das Konstrukt dann insgesamt nicht mehr funktionieren kann.

Vielleicht solltest Du anfangen, weniger festzustellen und als "geklärt" anzunehmen, sondern anfangen, mehr zu fragen und zu hinterfragen und nicht bei ersten scheinbaren "Erkenntnissen" stehenzubleiben. Das dürfte zwar frustrierender sein, aber schafft durchaus eigene Erkenntnisse. Und gerade das, der eigene Kompass, das dürfte heute immens wichtig sein.
__________________
Die erste Million ist immer die schwerste. Die anderen kommen dann wie von selbst, wie man sieht
Zuzug umkehren!

Das ist die Aufgabe der Konzernkünstler:
Kapitalmacht in Herrschaft umzusetzen. Sie setzen die Maßstäbe von “gut” und “böse”, bestimmen, “was man trägt”, “was in ist”, beeinflussen das Fühlen, Denken und Urteilen der Menschen, sind eifrige Diener einer Oligarchie, an die sich sich verkaufen, um das Volk weiterhin zu “verarschen”

(O-Ton von “Mister Dax” Dirk Müller).

Geändert von Aderyn (03.05.17 um 21:14 Uhr)
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