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Alt 13.03.17, 01:00   #1
Sunny
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Standard Auch öst. Schüler haben Probleme in Mathematik

Habe ich heute im öst. Radio gehört:
Ein sehr hoher Prozentsatz der Abiturienten in Österreich fällt im Abitur bei Mathematik durch.

Daraufhin ein Vorschlag eines Grünen Politikers: Abschaffung des Mathe -Abi (wenn ich es richtig verstanden habe).
Könnte der hier gewesen sein:
https://www.facebook.com/julian.schmid.gruene/

Am Besten schaffen wir auch gleich die Prüfung in Deutsch ab - das ist auch zu schwierig...

Aber jetzt mal im Ernst: Als Antwort auf das Problem der hohen Durchfallquote halte ich den Vorschlag für unzulässig, aber:
Man könnte darüber nachdenken, wieviel Mathematik überhaupt an den Schulen gelehrt werden muss.
Die meisten werden in ihrem gesamten Leben ausserhalb der Schulzeit niemals die Wahrscheinlichkeitsrechnung gebrauchen, ebenso wenig wie Wurzeln.

Für den "normalen Alltag" reichen die 4 Grundrechenarten, Prozentrechnen, Zinseszins, 3-Satz, Kalkulation
Allerdings können das auch viele Schüler nicht
__________________
Die Grossen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen (F. Schiller)
https://www.youtube.com/watch?v=cjZsC8EbfDs
https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I...ature=youtu.beWenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Brecht)
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
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Alt 13.03.17, 04:36   #2
Querulator
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Zitat:
Zitat von Sunny Beitrag anzeigen
Habe ich heute im öst. Radio gehört:
Ein sehr hoher Prozentsatz der Abiturienten in Österreich fällt im Abitur bei Mathematik durch.

Daraufhin ein Vorschlag eines Grünen Politikers: Abschaffung des Mathe -Abi (wenn ich es richtig verstanden habe).
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Am Besten schaffen wir auch gleich die Prüfung in Deutsch ab - das ist auch zu schwierig...

Aber jetzt mal im Ernst: Als Antwort auf das Problem der hohen Durchfallquote halte ich den Vorschlag für unzulässig, aber:
Man könnte darüber nachdenken, wieviel Mathematik überhaupt an den Schulen gelehrt werden muss.
Die meisten werden in ihrem gesamten Leben ausserhalb der Schulzeit niemals die Wahrscheinlichkeitsrechnung gebrauchen, ebenso wenig wie Wurzeln.

Für den "normalen Alltag" reichen die 4 Grundrechenarten, Prozentrechnen, Zinseszins, 3-Satz, Kalkulation
Allerdings können das auch viele Schüler nicht
Käme nicht zuerst die Frage, wer überhaupt Abitur oder Matura nötig hat? Heute gibt es 9 Jahre Pflichtschule, wobei das sogenannte polytechnische Jahr eingeführt wurde, weil man ein Jahr die Schulabgänger mangels Lehrplätze zurückhalten wollte. Es brachte keine anhaltende Besserung, das zusätzliche Schuljahr blieb auch an höheren Schulen, bisher habe ich noch nichts Positives darüber vernommen.

Wenn ich bedenke, wie gut früher österreichische und deutsche Schulabgänger im internationalen Vergleich abschnitten, auch noch wenige Jahre vor der Jahrtausendwende, finde ich, 8 Jahre Pflichtschule müssten genügen und zum Abitur wie früher noch 4 Jahre drauf. Nur zum Vergleich: In Brasilien sind es 9 Jahre und 3 Jahre drauf. Die Klagen über die Mathematikkenntnisse und das Leseverständnis hören sich dort ganz ähnlich an, sowohl beim Pflichtschul- als auch beim höheren Schulabschluss.

Die "grüne Lösung" wäre also: "Lassen wir das eben weg!" zumindest von diesem Herrn hier. Ich schätze mal, dass Mathematik nicht gerade sein Lieblingsfach war.

Ich hatte übrigens am Realgymnasium keine Wahrscheinlichkeitsrechnung und auch nicht Kalkulation. Aber in den letzten 3 Jahren kamen die Logarithmen, die ebene Trigonometrie und die Infinitesimalrechnung. Ach ja, es gab noch keine Taschenrechner, die kamen erst viele Jahre nach meiner Matura und nicht so billig wie heute. Und es war ausgerechnet unser Mathematiklehrer, ein freundlicher Typ und kein Langweiler, der uns einmal darauf hinwies, niemand erwarte, dass wir am Ende den ganzen Stoff aus dem Gymnasium beherrschen sollten, aber wir sollten einerseits das Lernen lernen und andererseits wenigstens die Grundlagen der einzelnen Fächer kennen, um später bei Bedarf darauf aufbauen zu können.

Das hört sich doch gut an, oder? Wenn jemand eine höhere Schule nicht bloß besucht, um später wegen des Renommees einen akademischen Abschluss zu erlangen, sondern auch Interesse am zu Lernenden hat, lässt sich das so verwirklichen. Aber ich glaube, man schafft das hier nicht mehr so recht, zumindest nicht in allen öffentlichen Schulen. Häufig wird es am mangelnden Interesse liegen, aber man hat den Mathematikunterricht heute auf eine andere Grundlage gestellt. Die Mengenlehre hat man zwar wieder herausgenommen, glaube ich, aber sie hat zumindest Spuren hinterlassen. Und in der 6 Klasse (10 Schulstufe) arbeitet man allgemein mit Vektoranalysis. Und genau diese allzu abstrakten Methoden haben erst etwas zu suchen, wenn auf die alte Weise das Verständnis für Mathematik geweckt wurde, sonst können nur sogenannte "Ausnahmetalente" etwas damit anfangen oder Schüler, deren Eltern sich auskennen, was selten der Fall sein dürfte.

Wer eine höhere Schule besucht, aus Interesse oder weil er studieren möchte, dem darf etwas mehr, als man für den "normalen Alltag" braucht, nicht erspart bleiben. Die Landes- bzw. Unterrichtssprache z. B., ist Grundlage für den Unterricht und als Hauptfach unverzichtbar. Heute wird aber, wie ich vom derzeitigen Direktor meiner ehemaligen Schule erfuhr, mehr auf Stilistik als auf die grundlegende Beherrschung der Schriftsprache Wert gelegt. Für ein wissenschaftliches Studium ist das nicht die beste Vorbereitung. Vor 50 Jahren wären die meisten der User in Internetforen wie diesem, auch unter denen, die tatsächlich Bildung zeigen, bei der Deutschmatura durchgerasselt.

Mathematik muss auch Prüfungsfach bleiben. Wie hieß es in England? "Reading, Writing, Arithmetic" – das sind also keine deutschen Marotten. Und eine Fremdsprache ist auch zu prüfen – nach Wahl aber nicht nur für Verständigung im Urlaub. Unter den übrigen Fächern soll man wählen können.

Unmittelbar nach dem Schulunterricht sollen die Fächer noch so weit in Erinnerung sein, danach können die nicht unmittelbar benötigten Wissensgebiete in den Hintergrund treten, von wo sie bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können. Es geht auch um den Überblick über die Möglichkeiten, die der zeitgenössische Wissensstand bietet. Man kann jemandem nicht Fähigkeiten hineindrücken aber die jeweils vorhandenen wecken, ihrem Besitzer ins Bewusstsein rufen.



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Alt 13.03.17, 06:22   #3
Mirage
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Das ist der libertäre Zeitgeist, wenn Leistung benötigt wird, muß man die Thematik einfach der Leistung entbinden.
Wird nach hinten losgehen, mittelfristig, aber auch den echten Fleißigen einen leichteren Einstieg ermöglichen
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Alt 13.03.17, 07:36   #4
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Ich bin ein Freund der Augiasburger Puppenkiste.
Meine Lieblingsmarionette: "Ministerpräsident Horst Seehofer".
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Alt 13.03.17, 07:52   #5
Eiskristall
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Zitat:
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Habe ich heute im öst. Radio gehört:
Ein sehr hoher Prozentsatz der Abiturienten in Österreich fällt im Abitur bei Mathematik durch.

Daraufhin ein Vorschlag eines Grünen Politikers: Abschaffung des Mathe -Abi (wenn ich es richtig verstanden habe).
Könnte der hier gewesen sein:
https://www.facebook.com/julian.schmid.gruene/

Am Besten schaffen wir auch gleich die Prüfung in Deutsch ab - das ist auch zu schwierig...

Aber jetzt mal im Ernst: Als Antwort auf das Problem der hohen Durchfallquote halte ich den Vorschlag für unzulässig, aber:
Man könnte darüber nachdenken, wieviel Mathematik überhaupt an den Schulen gelehrt werden muss.
Die meisten werden in ihrem gesamten Leben ausserhalb der Schulzeit niemals die Wahrscheinlichkeitsrechnung gebrauchen, ebenso wenig wie Wurzeln.

Für den "normalen Alltag" reichen die 4 Grundrechenarten, Prozentrechnen, Zinseszins, 3-Satz, Kalkulation
Allerdings können das auch viele Schüler nicht



Ich weiß von einer Lehrerin die Nachhilfe gibt, daß es Matheaufgaben gibt die gehen über 2 Seiten. Wenn du das Ende gelesen hast weißt du den Anfang schon nicht mehr.

Die lernen in der Schule Dinge, die man im Leben niemals braucht, deshalb bleiben die blöd.

Dazu kommt, daß die Rechtschreibregeln dauernd geändert wurden, damit überhaupt niemand mehr durchblickt.Wenn man alte Schriften liest, haben die früher ganz anders geschrieben. Unsere Sprache wird verhunzt, immer mehr englische Wörter fließen ein.
Dazu kommt, daß die Blagen mit ihrem Smartphon auf Schmalspurdenken programmiert werden, was nachweislich das Gehirn verändert, was die neuronalen Verbindungen betrifft.

Religion gehört überhaupt nicht an Schulen. Andere Fächer lernen sie falsche Geschichte, Biologie .

Um es kurz zu machen, diese staatlichen Dressur und Programmierungsanstalten gehören abgeschafft.

Dazu sind in den Klassen teilweise 70% Ausländer die nicht mal deutsch verstehen.
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Alt 13.03.17, 09:17   #6
Webel
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Zitat:
Zitat von Eiskristall Beitrag anzeigen
Ich weiß von einer Lehrerin die Nachhilfe gibt, daß es Matheaufgaben gibt die gehen über 2 Seiten. Wenn du das Ende gelesen hast weißt du den Anfang schon nicht mehr.

Die lernen in der Schule Dinge, die man im Leben niemals braucht, deshalb bleiben die blöd.
Sie lernen häufig nur noch Kompetenzen. "Kompetenz" hört sich zunächst gut an. Im schulischen Bereich ist damit aber oft die Fähigkeit gemeint zu wissen, wo man sich Hilfe holen kann. Eine Rechtschreibkompetenz liegt also schon vor, wenn ein Schüler weiß, dass es Textverarbeitungsprogramme mit Rechtschreibprüfung und den Duden gibt.

Mir fällt auf, dass manche Schulbücher Schrott sind. Ich wollte einem Schüler bei einer Physikaufgabe helfen. Im Schulbuch stand die Aufgabe, dass ein Kran ein Gewicht X um Y Meter nach oben hebt. Es wurde nach der Leistung gefragt. Eine unlösbare Aufgabe. Das fiel weder dem Autor des Buches auf, noch der Kommission, die Schulbücher aussucht, noch dem Verlag und auch nicht dem Lehrer.
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"Die Phantasie trainiert man am besten durch juristische Studien. Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt wie ein Jurist die Wirklichkeit." Jean Giraudoux
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Alt 13.03.17, 09:54   #7
Mirage
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Zitat:
Zitat von qwertzuiop Beitrag anzeigen
Ist "Fleiß" eigentlich eine gute Eigenschaft
Ich halte Fleiß und Disziplin für die mit wichtigsten Eigenschaften überhaupt.

Mit dem Wohlstand geht beides leider zusehends verloren weil man beides mehr und mehr für verzichtbar hält, klar vergessend warum man Wohlstand hat "in the first place"
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Alt 13.03.17, 11:33   #8
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Zitat von Querulator Beitrag anzeigen
Käme nicht zuerst die Frage, wer überhaupt Abitur oder Matura nötig hat? Heute gibt es 9 Jahre Pflichtschule, wobei das sogenannte polytechnische Jahr eingeführt wurde, weil man ein Jahr die Schulabgänger mangels Lehrplätze zurückhalten wollte. Es brachte keine anhaltende Besserung, das zusätzliche Schuljahr blieb auch an höheren Schulen, bisher habe ich noch nichts Positives darüber vernommen.

Wenn ich bedenke, wie gut früher österreichische und deutsche Schulabgänger im internationalen Vergleich abschnitten, auch noch wenige Jahre vor der Jahrtausendwende, finde ich, 8 Jahre Pflichtschule müssten genügen und zum Abitur wie früher noch 4 Jahre drauf. Nur zum Vergleich: In Brasilien sind es 9 Jahre und 3 Jahre drauf. Die Klagen über die Mathematikkenntnisse und das Leseverständnis hören sich dort ganz ähnlich an, sowohl beim Pflichtschul- als auch beim höheren Schulabschluss.

Die "grüne Lösung" wäre also: "Lassen wir das eben weg!" zumindest von diesem Herrn hier. Ich schätze mal, dass Mathematik nicht gerade sein Lieblingsfach war.

Ich hatte übrigens am Realgymnasium keine Wahrscheinlichkeitsrechnung und auch nicht Kalkulation. Aber in den letzten 3 Jahren kamen die Logarithmen, die ebene Trigonometrie und die Infinitesimalrechnung. Ach ja, es gab noch keine Taschenrechner, die kamen erst viele Jahre nach meiner Matura und nicht so billig wie heute. Und es war ausgerechnet unser Mathematiklehrer, ein freundlicher Typ und kein Langweiler, der uns einmal darauf hinwies, niemand erwarte, dass wir am Ende den ganzen Stoff aus dem Gymnasium beherrschen sollten, aber wir sollten einerseits das Lernen lernen und andererseits wenigstens die Grundlagen der einzelnen Fächer kennen, um später bei Bedarf darauf aufbauen zu können.

Das hört sich doch gut an, oder? Wenn jemand eine höhere Schule nicht bloß besucht, um später wegen des Renommees einen akademischen Abschluss zu erlangen, sondern auch Interesse am zu Lernenden hat, lässt sich das so verwirklichen. Aber ich glaube, man schafft das hier nicht mehr so recht, zumindest nicht in allen öffentlichen Schulen. Häufig wird es am mangelnden Interesse liegen, aber man hat den Mathematikunterricht heute auf eine andere Grundlage gestellt. Die Mengenlehre hat man zwar wieder herausgenommen, glaube ich, aber sie hat zumindest Spuren hinterlassen. Und in der 6 Klasse (10 Schulstufe) arbeitet man allgemein mit Vektoranalysis. Und genau diese allzu abstrakten Methoden haben erst etwas zu suchen, wenn auf die alte Weise das Verständnis für Mathematik geweckt wurde, sonst können nur sogenannte "Ausnahmetalente" etwas damit anfangen oder Schüler, deren Eltern sich auskennen, was selten der Fall sein dürfte.

Wer eine höhere Schule besucht, aus Interesse oder weil er studieren möchte, dem darf etwas mehr, als man für den "normalen Alltag" braucht, nicht erspart bleiben. Die Landes- bzw. Unterrichtssprache z. B., ist Grundlage für den Unterricht und als Hauptfach unverzichtbar. Heute wird aber, wie ich vom derzeitigen Direktor meiner ehemaligen Schule erfuhr, mehr auf Stilistik als auf die grundlegende Beherrschung der Schriftsprache Wert gelegt. Für ein wissenschaftliches Studium ist das nicht die beste Vorbereitung. Vor 50 Jahren wären die meisten der User in Internetforen wie diesem, auch unter denen, die tatsächlich Bildung zeigen, bei der Deutschmatura durchgerasselt.

Mathematik muss auch Prüfungsfach bleiben. Wie hieß es in England? "Reading, Writing, Arithmetic" – das sind also keine deutschen Marotten. Und eine Fremdsprache ist auch zu prüfen – nach Wahl aber nicht nur für Verständigung im Urlaub. Unter den übrigen Fächern soll man wählen können.

Unmittelbar nach dem Schulunterricht sollen die Fächer noch so weit in Erinnerung sein, danach können die nicht unmittelbar benötigten Wissensgebiete in den Hintergrund treten, von wo sie bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können. Es geht auch um den Überblick über die Möglichkeiten, die der zeitgenössische Wissensstand bietet. Man kann jemandem nicht Fähigkeiten hineindrücken aber die jeweils vorhandenen wecken, ihrem Besitzer ins Bewusstsein rufen.



Als ich noch zur Schule ging, gab es keine "Wahlfächer - da musste man Alles lernen - mit mehr oder minder grossem Interesse und Erfolg.

Damals empfand ich Physik und Chemie als ziemlich lästig. Erst nach der Schule ging mir auf, dass sie tagtäglich in unserem Leben eine Rolle spielen.
Von Mathematik kann ich das in dem Ausmass, wie wir das lernten, nicht sagen, aber eine Sache ist sicher:
Ob Jemand gut oder schlecht in einem Fach ist, hängt zum grossen Teil von der Lehrkraft ab. Wie gut und interessant kann sie den Stoff vermitteln?
ich denke, vor allem daran sollte auch gearbeitet werden
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Alt 13.03.17, 13:43   #9
Querulator
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Das ist der libertäre Zeitgeist, wenn Leistung benötigt wird, muß man die Thematik einfach der Leistung entbinden.
Wird nach hinten losgehen, mittelfristig, aber auch den echten Fleißigen einen leichteren Einstieg ermöglichen
So wird der Mittelstand geschwächt, was ein Land der Dritten Welt näher rückt.
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Alt 13.03.17, 13:55   #10
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Ich weiß von einer Lehrerin die Nachhilfe gibt, daß es Matheaufgaben gibt die gehen über 2 Seiten. Wenn du das Ende gelesen hast weißt du den Anfang schon nicht mehr.
Es geht um höhere Schulen, nicht um Pflichtschulen. Da soll auch mehr Allgemeinbildung vermittelt und Grundlagen für wissenschaftliche Studien geschaffen werden.

Zitat:
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Die lernen in der Schule Dinge, die man im Leben niemals braucht, deshalb bleiben die blöd.
Kein Zweifel, und das dürfte nicht der einzige Fehler sein.

Zitat:
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Dazu kommt, daß die Rechtschreibregeln dauernd geändert wurden, damit überhaupt niemand mehr durchblickt.Wenn man alte Schriften liest, haben die früher ganz anders geschrieben. Unsere Sprache wird verhunzt, immer mehr englische Wörter fließen ein.
Dazu kommt, daß die Blagen mit ihrem Smartphon auf Schmalspurdenken programmiert werden, was nachweislich das Gehirn verändert, was die neuronalen Verbindungen betrifft.

...
Grundsätzlich kommt Sprache nicht ohne Änderungen aus. Aber es seiht so aus, als könnten Verantwortliche nicht zwischen Weiterentwicklung und Verwässerung uinterscheiden. Für die letzte deutsche Rechtschreibreform wurde der Bock zum Gärtner gemacht.
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