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Alt 18.12.15, 03:43   #1
qwertzuiop
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Standard "Oberflächliches Kunstverständnis" - gibt es das objektiv?

"Dein Verständnis von Kunst ist [...] oberflächlich",
trug ein User einem anderen User
in diesem Forum nahe. Was mir ein Gefühl antrug, das zu ausformulierbaren Gedanken werden könnte; deshalb rühre ich den Teig für diesen Strang an.

"Oberflächliches Verständnis für Kunst" ...
Wahrscheinlich von der Unterfläche oder aus der Ferne betrachtet. Und jene Kunst meinend, die der so Deklarierende als "Kunst" sieht. "Kunst", ein Begriff, der Individualität ist. Hier, im kleinen Rahmen, schon täglich miterlebbar: Was für den einen "Spam", ist für einen anderen "Kunst". Ist der eine im Irrtum, weil er die Kunst des (vermeintlich?) "Spamenden" nicht versteht/Vers-Teht? Also in Wahrheit, statt "Kunstkenner" ein "Kulturbananause"? Warum sollte die Richtschnur des "Kunstkenners" die präzisere sein, als die des vom "Kunstkenner" Gescholtenen? Weil er schilt?
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Alt 18.12.15, 04:54   #2
Querulator
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Solche Bewertungen werden deshalb gern vergeben, weil Kunstverständnis kaum bewertbar ist. Der so Bewertete verkraftet diese Bewertung je nach Selbstwertgefühl, aber Zuhörer oder Leser ohne oder mit nur oberflächlichem Kunstvertändnis nehmen sie meist ernst und meinen unter Umständen gar, damit etwas an Kunstverständnis dazugewonnen zu haben. Der Bewerter selbst gewinnt bei ihnen Ansehen, denn schließlich muss er doch tieferes Kunstverständnis besitzen, wenn er so ein Urteil abgeben kann. Solche Kapazunder können einander dann durch gegenseitige öffentliche Anerkennung gegenseitig zu anerkannten Kunstexperten aufbauen. Auch einander gewogene Künstler tun das.

Ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, dass als Kunst nur Werke betrachtet wurden, die anderen Menschen gefielen. Versteigt sich heute jemand dazu, ein Kunstwerk, d. h., etwas als Kunstwerk deklariert wird, danach zu beurteilen, muss er gefasst sein, dass man ihm oberflächliches oder gar kein Kunstverständnis nachsagt oder er gar als Banause abqualifiziert wird.
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Alt 18.12.15, 09:01   #3
Sunny
passt in keine Schublade
 
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Mir ist es egal, ob mich Jemand als "Banause" bezeichnet. Für mich muss Kunst selbsterklärend sein, d.h., dass ich Niemanden brauchen muss, der mir erklärt, was das sein soll, was ich da sehe.
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Die Grossen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen (F. Schiller)
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https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I...ature=youtu.beWenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Brecht)

https://www.youtube.com/watch?v=fkL9Enx9_Ts
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Alt 18.12.15, 16:40   #4
Rorschach
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Zitat:
Zitat von Querulator Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, dass als Kunst nur Werke betrachtet wurden, die anderen Menschen gefielen. Versteigt sich heute jemand dazu, ein Kunstwerk, d. h., etwas als Kunstwerk deklariert wird, danach zu beurteilen, muss er gefasst sein, dass man ihm oberflächliches oder gar kein Kunstverständnis nachsagt oder er gar als Banause abqualifiziert wird.
Ich persönlich hab ja so meine Zweifel, daß die Leute seinerzeit zu den
Werken Hieronymus Boschs sagten: "Oh, das ist aber schön."
__________________
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Alt 18.12.15, 16:45   #5
Querulator
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Zitat:
Zitat von Sunny Beitrag anzeigen
Mir ist es egal, ob mich Jemand als "Banause" bezeichnet. Für mich muss Kunst selbsterklärend sein, d.h., dass ich Niemanden brauchen muss, der mir erklärt, was das sein soll, was ich da sehe.
Seit es TV gibt, werden auch Künstler interviewt. Man erwartet etwa, dass Maler oder Bildhauer ihre Werke kommentieren, sagen, was sie sich dabei gedacht hätten. Mancher Künstler mag sich dabei überhaupt nichts gedacht haben, aber da etwas von ihm erwartet wird, sagte er eben etwas dazu.
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Alt 18.12.15, 16:47   #6
Querulator
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Zitat:
Zitat von Rorschach Beitrag anzeigen
Ich persönlich hab ja so meine Zweifel, daß die Leute seinerzeit zu den
Werken Hieronymus Boschs sagten: "Oh, das ist aber schön."
Schön ist das nicht unbedingt aber bestimmt interessant, besonders in einer Zeit, in der man anderes zu malen pflegte und schon eher auf Ästhetik wert legte.
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Alt 19.12.15, 13:42   #7
Rorschach
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Zitat:
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Schön ist das nicht unbedingt aber bestimmt interessant, besonders in einer Zeit, in der man anderes zu malen pflegte und schon eher auf Ästhetik wert legte.
Siehste.

Zitat:
Zitat von Querulator Beitrag anzeigen
Seit es TV gibt, werden auch Künstler interviewt. Man erwartet etwa, dass Maler oder Bildhauer ihre Werke kommentieren, sagen, was sie sich dabei gedacht hätten. Mancher Künstler mag sich dabei überhaupt nichts gedacht haben, aber da etwas von ihm erwartet wird, sagte er eben etwas dazu.
Besser nicht. Will ich gar nicht wissen. Kunst muss aus sich selbst wirken und im Betrachter etwas zum Klingen bringen. Das ist der Unterschied zu Agitprop, Dekoration etc. Oder eben der "Sieht-scheiße-aus-ist-handwerklich-miserabel-einfallslos-und -komplett-nichtssagend---aber-das-Konzept-DAS-KONZEPT!!"-Scharlatanerie.
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Alt 19.12.15, 13:50   #8
Mirage
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Kunst ist doch ein Ausdruck von Turbokapitalismus und purer Subjektivität, sowohl, als auch.
Die Kunstkenntnis eines anderen ist gar nicht bewertbar, zumindest innerhalb dieser Subjektivität, weil Kunst so subjektiv ist wie Essen oder Musik als Geschmack kann das auch gar nicht objektiv sein.
Kunstkenner zu sein, heißt einfach zu wissen welchem Newcomer man viel zu viel Geld für seinen Scheiß in den Arsch stecken muß, sodaß man "cool" ist vor seiner Clique
__________________
"We improve ourselves by victories over ourselves. There must be contest, and we must win."
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Alt 19.12.15, 13:56   #9
Rorschach
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Zitat:
Zitat von Sander Beitrag anzeigen
Kunstkenner zu sein, heißt einfach zu wissen welchem Newcomer man viel zu viel Geld für seinen Scheiß in den Arsch stecken muß, sodaß man "cool" ist vor seiner Clique
Eine gewisse Bildung kann den Kunstgenuss durchaus steigern, da man sonst die Bezüge/Anspielungen/Zitate uU nicht erkennt. Erläuterungen oder gar die berühmte "richtige Interpretation" will ich trotzdem nicht so gern hören. Ist wie Witze erklären.
__________________
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Alt 19.12.15, 14:36   #10
Webel
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Ja doch - es gibt sowas wie ein oberflächliches Kunstverständnis. Das wurde mir mal sehr offenbar, als mir eine junge Frau ihr Lieblingslied nannte. Als ich bemerkte, dass mir das Original lieber ist, weil dort kein schriller Chor rumkreischt, stellte sich heraus, dass die Junge Frau bei ihrem Lieblingslied noch nie diese Töne wahrgenommen hat. Ich bin überzeugt, dass man sein musikalisches Gehör schulen kann. Wer aber nur Teile hört, der wird in seinem Verständnis immer nur an der Oberfläche bleiben.
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"Die Phantasie trainiert man am besten durch juristische Studien. Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt wie ein Jurist die Wirklichkeit." Jean Giraudoux
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