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Alt 19.12.15, 20:08   #11
Leila
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Zitat:
Zitat von irminsul Beitrag anzeigen
[…]
Hoi Irminsul!

Dein Beitrag verleitete mich dazu, in meinen Tagebüchern einen Eintrag zu suchen. Damit Du ihn verstehen kannst, bemerke ich folgendes: Von 1987 bis 1991 arbeitete ich als Administratorin und Buchhalterin in einem Handelsunternehmen (nebenbei organisierte ich den Betrieb unseres Architekturbureaus). Wir (der Firmeninhaber und ich) verwöhnten eine Hauskatze, die wir deshalb „Möhrli “ nannten, weil sie ein schwarzes Fell hatte. Jene Katze war sehr zutraulich. Besuchte uns ein Kunde, dann strich sie ihm um die Hosenbeine.

Nun aber der Tagebucheintrag vom Samstag, dem 19. Dezember 2009 (ja, auch samstags arbeiteten wir damals):
  • 00:08 Herr H. empfängt mich wie üblich wortkarg (einmal ist er früher im Bureau als ich).
  • 09:00 Telephonat: Frau A. (die oben erwähnte Elfenbeinerin) teilt mir auf französisch mit, daß sie sich etwas verspätet hat. Sie komme aber später.
  • 11:00 Die Hausglocke ertönt. Aus dem Lautsprecher der Gegensprechanlage vernehme ich das Wort: „Ich hier.“
  • 11:01 Vorstellung der Frau A. – Möhrli erblickt sie, ist schockiert, springt vom Fenstersims herab und versteckt sich hinter dem Bücherregal.

Gruß von Leila
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Alt 19.12.15, 20:14   #12
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Zitat:
Zitat von Sander Beitrag anzeigen
Als ich in den 90ern in der Grundschule war, haben wir von Jim Knopf als "Neger" gesprochen, und es störte (noch) keine Sau, deswegen ist das auch in meinen Sprachgebrauch als "normal" übergegangen, unter anderem
In den 90ern? Das überrascht mich. Da ging es schon immer "politisch korrekter" zu.
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Alt 19.12.15, 20:27   #13
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Zitat:
Zitat von Leila Beitrag anzeigen
Hoi Irminsul!

Dein Beitrag verleitete mich dazu, in meinen Tagebüchern einen Eintrag zu suchen. Damit Du ihn verstehen kannst, bemerke ich folgendes: Von 1987 bis 1991 arbeitete ich als Administratorin und Buchhalterin in einem Handelsunternehmen (nebenbei organisierte ich den Betrieb unseres Architekturbureaus). Wir (der Firmeninhaber und ich) verwöhnten eine Hauskatze, die wir deshalb „Möhrli “ nannten, weil sie ein schwarzes Fell hatte. Jene Katze war sehr zutraulich. Besuchte uns ein Kunde, dann strich sie ihm um die Hosenbeine.

...
Sagen die Deutschen, diese Rassisten, eigentlich immer noch "Mohrrüben" zu den Karotten?

Zu "durfte" fällt mir ein, dass dieses Wort das Vorhandensein einer Macht in Form einer Person oder von Vorschriften suggeriert. Aber es kann auch im bildlichen Sinn die "Macht des Schicksals" gemeint sein.

Übrigens komisch! Im Zusammenhang mit Notdurft sprcht man nicht von "dürfen" sondern von "müssen".
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Alt 19.12.15, 20:46   #14
Aderyn
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Zitat von Sander Beitrag anzeigen
Als ich in den 90ern in der Grundschule war, haben wir von Jim Knopf als "Neger" gesprochen, und es störte (noch) keine Sau, deswegen ist das auch in meinen Sprachgebrauch als "normal" übergegangen, unter anderem
Neger ist ja auch kein Schimpfwort, sondern eine Beschreibung der dunklen Hautfarbe.
Wir werden ja auch "Weiße" genannt oder Bleichgesichter.

Das Negerkind, genannt Jim Knopf
hat einen krausen, dunklen Mohrenkopf


Was wäre daran falsch?
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Alt 19.12.15, 20:47   #15
Leila
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[…]
Der Schweizerkanton Aargau wird im Volksmund spöttisch „Rüebliland“ genannt. – Deshalb halte ich die Habsburger für Außerirdische.
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Alt 19.12.15, 20:48   #16
Aderyn
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Zitat von Querulator Beitrag anzeigen
Aber es kann auch im bildlichen Sinn die "Macht des Schicksals" gemeint sein.
Das war auch das, was mir spontan dazu einfiel- im Zusammenhang mit diesem "durfte Dankbarkeit empfangen"- ein höheres Schicksal, sozusagen als Gottes Wohlgefallen oder wie man es auch in früheren Romanen lesen konnte- aus europäischer Sicht
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Alt 19.12.15, 20:59   #17
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Neger ist ja auch kein Schimpfwort, sondern eine Beschreibung der dunklen Hautfarbe.
Wir werden ja auch "Weiße" genannt oder Bleichgesichter.

Das Negerkind, genannt Jim Knopf
hat einen krausen, dunklen Mohrenkopf


Was wäre daran falsch?
Am besten, die "Augsburger Puppenkiste" verwendet nur noch Puppen mit dunkelbraunem "Teint". Dann gibt es diese lästige Unterscheidungsaufgabe auch für die Zuseher nicht mehr. Und keiner der "Puppenkiste"-Besucher und Marionettenführer gerät mehr in "Rassismus"-Verdacht. Die Zukunft der Menschheit ist schwarz - so oder so.
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Alt 19.12.15, 21:12   #18
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Die Zukunft der Menschheit ist schwarz - so oder so.
ja, so kann man es auch sehen und liegt niemals völlig falsch.

Ist das Wort "Schwarzseher" eigentlich rassistisch, oder ist es falsch, wenn man einen Afrikaner, der sehend ist, als solchen bezeichnet?
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Alt 19.12.15, 21:20   #19
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Zitat von Aderyn Beitrag anzeigen
ja, so kann man es auch sehen und liegt niemals völlig falsch.

Ist das Wort "Schwarzseher" eigentlich rassistisch, oder ist es falsch, wenn man einen Afrikaner, der sehend ist, als solchen bezeichnet?
Wenn du nach Afrika reist, bist du auch ein Schwarzseher. Und der Mann, der täglich im Wirtshaus eine Tasse Tee bestellt, bezahlt und, ohne sie zu trinken, wieder geht, ist ein Teegernseher.
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Alt 19.12.15, 22:39   #20
Leila
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Als geistig und körperlich Verwelkende blicke ich mit Wehmut auf die Blütezeit meines Lebens zurück.

Vieles wurde mir geschenkt. – Aber das meiste in meinem Besitz Befindende mußte ich schwer erarbeiten oder vor Gericht erkämpfen. – Blicke ich auf meine lange Lebenszeit zurück, dann bedauere ich, das Studium der der Soziologe dem Studium der Jurisprudenz vorgezogen zu haben.

Ein paar Anmerkungen noch zum Wörtchen „durfte“:

Ich durfte als Mädchen alles tun, was mir gerade einfiel (außer stehlen und morden). Mein seliger Vater gewährte mir jede erdenkliche Unterstützung, damit ich mich zu einem Freigeist entwickeln konnte.

Als viele Leute meinen fünfzehnten Geburtstag feierten, wurde ich mit vielen Geschenken überhäuft. – An ein Geschenk erinnere ich mich heute noch: nämlich an ein Büchlein, dessen Titel „Lob der Torheit“ lautete. Aus jenem Büchlein zitiere ich nun eine Textstelle:

Ach, nun fällt mir ein, daß ich dies anderswo schon einmal tat. – Aber eine Wiederholung dünkt mich an dieser Stelle angebracht zu sein.
„Unseres Zeichens sind zweifellos ganz und gar die Liebhaber lügenhafter Wunder und Weissagungen, ob sie nun bereitwillige Zuhörer oder Verbreiter sind. Sie sind unersättlich, wenn irgendwo Schauergeschichten von Erscheinungen, Totengeistern, Gespenstern, Abgeschiedenen und tausenderlei Wundern dieser Art berichtet werden. Je unwahrscheinlicher sie sind, um so bereitwilliger werden sie geglaubt und um so angenehmer juckt und kitzelt es in den Ohren. Das alles eignet sich nicht nur zum Zeitvertreib, sondern dient sogar dem Erwerb, besonders bei Geistlichen und Predigern. Ihnen verwandt sind jene, die sich mit Freuden einer törichten Einbildung überlassen und etwa überzeugt sind, sie könnten an einem Tag, an dem sie einen Blick auf eine Holzstatue oder ein Bild des Polyphem Christophorus geworfen haben, nicht sterben, oder sie würden heil aus der Schlacht heimkehren, wenn sie die Statue der Barbara mit einer Gebetsformel bedacht hätten, oder es würde einer schnell reich, wenn er sich an bestimmten Tagen mit den üblichen Wachslichtern und Anrufungen an den Erasmus wende. Aus Georg haben sie sogar einen Herakles gemacht und haben sich einen neuen Hippolytos geschaffen. Sein Pferd haben sie verehrungsvoll mit Brustschmuck und Knöpfen geziert und beten es nicht nur an, sondern suchen ihn noch mit einer neuartigen Ehrung zu gewinnen: Bei seinem erzenen Helm zu schwören, gilt als ausgesucht vornehm.

Was soll ich noch von jenen sagen, die sich bei trügerischem Ablaß in Sicherheit wiegen und die Fegfeuerstrafen gleichsam mit der Wasseruhr mathematisch genau und untrüglich nach Jahrhunderten, Jahren, Monaten, Tagen und Stunden abmessen? Oder was soll man von den Liebhabern magischer Sprüche und Gebetchen sagen, die irgendein frommer Betrüger aus Neigung oder Gewinnsucht ersonnen hat und von denen sie sich Reichtum, Ehre, Vergnügen, Überfluß, bleibende Gesundheit, langes Leben, blühendes Alter und einen Vorzugsplatz bei Christus droben versprechen? Allerdings möchten sie diesen erst möglichst spät erlangen, das heißt, nachdem die Vergnügungen dieses Lebens gegen ihren Willen und trotz ihres heftigen Widerstrebens von ihnen gewichen sind, sollen die Köstlichkeiten des Himmels ihr Anteil sein. Jeder Taugenichts, Kriegsmann oder Richter opfert aus dem Ertrag seiner zahllosen Räubereien einen Grosdien, glaubt damit den Sumpf seines Lebens gereinigt und hält alle die Völlerei, Zanksucht, Metzelei, Betrügerei, Treulosigkeit und Verräterei wie bei einem Handel für vergeben, und zwar so vergeben, daß er gleich von neuem in den Kreis der Untaten einbiegen kann. Gibt es größere Torheit, ja größere Seligkeit als bei Menschen, die täglich die Versehen aus den sieben Psalmen herunterleiern und davon grenzenloses Glück erhoffen? Diese zauberkräftigen Versdien soll ein beredter, aber mehr geschwätziger als schlauer Dämon dem heiligen Bernhard eingegeben haben, der aber listig getäuscht wurde. Sie sind derart töricht, daß ich mich ihrer selbst fast schäme. Trotzdem sind sie beliebt, nicht nur beim großen Haufen, sondern sogar bei Religionslehrern.“
Gruß von Leila
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