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Alt 13.03.17, 14:56   #11
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Zitat von qwertzuiop Beitrag anzeigen
Ist "Fleiß" eigentlich eine gute Eigenschaft
Ich halte ihn für total unnatürlich. Er sollte in den Bio-Richtlinien untersagt werden.
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Alt 13.03.17, 15:11   #12
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Zitat von Webel Beitrag anzeigen
Sie lernen häufig nur noch Kompetenzen. "Kompetenz" hört sich zunächst gut an. Im schulischen Bereich ist damit aber oft die Fähigkeit gemeint zu wissen, wo man sich Hilfe holen kann. Eine Rechtschreibkompetenz liegt also schon vor, wenn ein Schüler weiß, dass es Textverarbeitungsprogramme mit Rechtschreibprüfung und den Duden gibt.

Mir fällt auf, dass manche Schulbücher Schrott sind. Ich wollte einem Schüler bei einer Physikaufgabe helfen. Im Schulbuch stand die Aufgabe, dass ein Kran ein Gewicht X um Y Meter nach oben hebt. Es wurde nach der Leistung gefragt. Eine unlösbare Aufgabe. Das fiel weder dem Autor des Buches auf, noch der Kommission, die Schulbücher aussucht, noch dem Verlag und auch nicht dem Lehrer.
Ja, ja: "Gescheit ist, wer weiß, wo es steht!" Und so wird es bald nirgends mehr stehen bzw. überall mehr oder weniger aus derselben Quelle stammen. Rate mal, aus welcher!

Ein Wiener Mittelschulprofessor für Mathematik und Physik, etwa mein Jahrgang, erzählte mir vor ein paar Jahren, ein jüngerer Kollege hätte ihn einmal angerufen und gefragt, was der größte gemeinsame Teiler sei, und ein andermal, ob man Kilogramm und Tonnen addieren könne. Ich möchte so etwas nicht zu sehr verallgemeinern, aber offenbar können sich solche Lehrer heute halten.

Unser Physikprofessor löste die von dir beschriebene Problemstellung so: Er ließ hintereinander unseren größten und schwersten Klassenkameraden die Treppe einen Stock hochsteigen und einen zarter Gebauten, beide, so schnell sie könnten. Dann erklärte er uns, warum der Schwerere zwar mehr Arbeit geleistet aber weniger Leitung erbracht hätte.
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Alt 13.03.17, 15:27   #13
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Zitat von Sunny Beitrag anzeigen
...
Ob Jemand gut oder schlecht in einem Fach ist, hängt zum grossen Teil von der Lehrkraft ab. Wie gut und interessant kann sie den Stoff vermitteln?
ich denke, vor allem daran sollte auch gearbeitet werden
Stimmt, wenn es auch unter den Schülern ziemlich hoffnungslose Fälle gibt, was nicht immer auf Dummheit oder Renitenz zurückzuführen ist. Ich hatte, als ich in der 6. Klasse des Gymnasiums war, ein paar Nachhilfeschüler. Einer war in der 3., aus wohlhabendem Haus, intelligent aber renitent, wohl aus Faulheit. Gleichzeitig unterrichtete ich ein Gastarbeiterkind (Jugoslawe) aus er 1. Klasse, das nicht so begabt war wie der aus der dritten Klasse aber willig, etwas zu lernen. Das machte viel mehr Freude.

Ein dritter Schüler, er ging in die 4. Klasse, hatte Probleme in Mathematik, Latein und Englisch. Sein eigentliches Problem waren aber seine Eltern, die beide maturiert hatten und das selbstverständlich auch von ihrem Sprössling erwarteten. Er wollte aber mit Ende der Pflichtschule austreten und etwa anderes Lernen. Er hatte kein Interesse an der Matura. Natürlich ging da nicht viel weiter. Später begegnete er mir einmal zufällig und erzählte mir erleichtert, er hätte seine Eltern überzeugen können und machte jetzt auf seine Art weiter – ich weiß nicht mehr, was.
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Alt 13.03.17, 18:02   #14
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Zitat von Querulator Beitrag anzeigen
Käme nicht zuerst die Frage, wer überhaupt Abitur oder Matura nötig hat? Heute gibt es 9 Jahre Pflichtschule, wobei das sogenannte polytechnische Jahr eingeführt wurde, weil man ein Jahr die Schulabgänger mangels Lehrplätze zurückhalten wollte. Es brachte keine anhaltende Besserung, das zusätzliche Schuljahr blieb auch an höheren Schulen, bisher habe ich noch nichts Positives darüber vernommen.

Wenn ich bedenke, wie gut früher österreichische und deutsche Schulabgänger im internationalen Vergleich abschnitten, auch noch wenige Jahre vor der Jahrtausendwende, finde ich, 8 Jahre Pflichtschule müssten genügen und zum Abitur wie früher noch 4 Jahre drauf. Nur zum Vergleich: In Brasilien sind es 9 Jahre und 3 Jahre drauf. Die Klagen über die Mathematikkenntnisse und das Leseverständnis hören sich dort ganz ähnlich an, sowohl beim Pflichtschul- als auch beim höheren Schulabschluss.

Die "grüne Lösung" wäre also: "Lassen wir das eben weg!" zumindest von diesem Herrn hier. Ich schätze mal, dass Mathematik nicht gerade sein Lieblingsfach war.

Ich hatte übrigens am Realgymnasium keine Wahrscheinlichkeitsrechnung und auch nicht Kalkulation. Aber in den letzten 3 Jahren kamen die Logarithmen, die ebene Trigonometrie und die Infinitesimalrechnung. Ach ja, es gab noch keine Taschenrechner, die kamen erst viele Jahre nach meiner Matura und nicht so billig wie heute. Und es war ausgerechnet unser Mathematiklehrer, ein freundlicher Typ und kein Langweiler, der uns einmal darauf hinwies, niemand erwarte, dass wir am Ende den ganzen Stoff aus dem Gymnasium beherrschen sollten, aber wir sollten einerseits das Lernen lernen und andererseits wenigstens die Grundlagen der einzelnen Fächer kennen, um später bei Bedarf darauf aufbauen zu können.

Das hört sich doch gut an, oder? Wenn jemand eine höhere Schule nicht bloß besucht, um später wegen des Renommees einen akademischen Abschluss zu erlangen, sondern auch Interesse am zu Lernenden hat, lässt sich das so verwirklichen. Aber ich glaube, man schafft das hier nicht mehr so recht, zumindest nicht in allen öffentlichen Schulen. Häufig wird es am mangelnden Interesse liegen, aber man hat den Mathematikunterricht heute auf eine andere Grundlage gestellt. Die Mengenlehre hat man zwar wieder herausgenommen, glaube ich, aber sie hat zumindest Spuren hinterlassen. Und in der 6 Klasse (10 Schulstufe) arbeitet man allgemein mit Vektoranalysis. Und genau diese allzu abstrakten Methoden haben erst etwas zu suchen, wenn auf die alte Weise das Verständnis für Mathematik geweckt wurde, sonst können nur sogenannte "Ausnahmetalente" etwas damit anfangen oder Schüler, deren Eltern sich auskennen, was selten der Fall sein dürfte.

Wer eine höhere Schule besucht, aus Interesse oder weil er studieren möchte, dem darf etwas mehr, als man für den "normalen Alltag" braucht, nicht erspart bleiben. Die Landes- bzw. Unterrichtssprache z. B., ist Grundlage für den Unterricht und als Hauptfach unverzichtbar. Heute wird aber, wie ich vom derzeitigen Direktor meiner ehemaligen Schule erfuhr, mehr auf Stilistik als auf die grundlegende Beherrschung der Schriftsprache Wert gelegt. Für ein wissenschaftliches Studium ist das nicht die beste Vorbereitung. Vor 50 Jahren wären die meisten der User in Internetforen wie diesem, auch unter denen, die tatsächlich Bildung zeigen, bei der Deutschmatura durchgerasselt.

Mathematik muss auch Prüfungsfach bleiben. Wie hieß es in England? "Reading, Writing, Arithmetic" – das sind also keine deutschen Marotten. Und eine Fremdsprache ist auch zu prüfen – nach Wahl aber nicht nur für Verständigung im Urlaub. Unter den übrigen Fächern soll man wählen können.

Unmittelbar nach dem Schulunterricht sollen die Fächer noch so weit in Erinnerung sein, danach können die nicht unmittelbar benötigten Wissensgebiete in den Hintergrund treten, von wo sie bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können. Es geht auch um den Überblick über die Möglichkeiten, die der zeitgenössische Wissensstand bietet. Man kann jemandem nicht Fähigkeiten hineindrücken aber die jeweils vorhandenen wecken, ihrem Besitzer ins Bewusstsein rufen.



Wenn es so weiter geht, reicht für Matura/Abitur das Beherrschen des aufrechten Ganges...
BARON_74 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.03.17, 18:37   #15
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Zitat von BARON_74 Beitrag anzeigen
Wenn es so weiter geht, reicht für Matura/Abitur das Beherrschen des aufrechten Ganges...
"Aufrechter Gang"? Was ist das? Ein architektonischer Begriff?
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Alt 13.03.17, 19:15   #16
BARON_74
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"Aufrechter Gang"? Was ist das? Ein architektonischer Begriff?
Eher biologisch..."homo erectus"...okay?!?!
BARON_74 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.03.17, 19:45   #17
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Zitat von BARON_74 Beitrag anzeigen
Eher biologisch..."homo erectus"...okay?!?!
Hä? Ich dachte schon an sowas:

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