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Alt 20.01.17, 16:11   #81
Aderyn
Forenhofnarr
 
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Zitat:
Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
Ich sehe das nicht als konsequent, wenn du keine Differenzierungen anstellst sondern stattdessen mein Plädoyer für eine nachhaltige Lebensführung zu entkräften suchst, das wäre in seiner Extremform nicht machbar- Eine solches Extremform habe ich nie gefordert, die Beachtung von sozialen und ökologischen Umgangsformen wird uns keineswegs in unterentwickelte Vorzeiten zurück werfen, dieses Problem droht uns viel eher bei der Fortsetzung unseres aktuellen null-nachhaltigen Lebensstils.
Tut mir leid, aber Du weichst aus. Wir erinnern uns- ich ging auf folgende Aussage von WildSwan ein, ich zitiere:
"....Während die dressierten Gläubigen aufgebrezelt in der Kirche sitzen und sich in ihrer schönen Weihnachtsatmosphäre suhlen, erfrieren draußen die Verlierer der kapitalistischen Märchengesellschaft, die Obdachlosen.
Aber warum sich darüber Gedanken machen, das würde nur die schöne Weihnachtsstimmung kaputt machen.
Und wenn nach Weihnachten der Alltag eingekehrt ist, erfrieren sie weiter und niemanden interessiert es
....."

Das bestritt ich einerseits, und hinterfragte das Motiv WildSwans, solch eine Äußerung zu tätigen.

Weiterhin wies ich darauf hin, dass eine weihnachtliche Wohltat zwar gut und schön ist, aber nicht ansatzweise das Problem dahinter angeht. Insofern ist der Weihnachtsvorwurf WildSwans Heuchelei.
Darüber hinaus erklärte ich, dass selbst bei einem Systemwechsel nicht die tiefsitzenden Folgen, die sich aus solchen einem Leben ergeben, über nacht verschwunden sind.

Darauf war keiner von euch beiden auch nur ansatzweise eingegangen. Doch, Du, wie ich sehe, weiter unten, in diesem Beitrag.

Zitat:
Du machst mit dieser Rede eigentlich genau das, was du WildSwan vorwirfst:

Du stellst dich auf ein Podest, von dem aus du glaubst die Welt bzw. Wildswans Verhalten besser zu erkennen können um daraus Anhaltspunkte für deine Kritik entwickeln zu können.
Um festzustellen, dass jemand von einem selbstüberhöhten Podest herab über andere urteilt, ohne sich weiterführende Gedanken zu machen und pauschal andere für etwas verurteilt, was er selbst aber auch nicht anders macht (davon gehe ich bei WildSwan aus, sonst hätte er sich längst dazu geäußert), dazu braucht man nicht auf einem Podest zu stehen.
Und zu behaupten, niemanden würde das interessieren, ohrfeigt all die, die sich ehrenamtlich, privat oder spontan engagieren und helfen, neben all den institutionalisierten Hilfsangeboten.
Ich sage nicht, dass das die Lösung ist, aber es ist mehr als nichts.
Dazu muß man nicht auf einem Podest stehen. Ich erkenne und ich stelle fest. So einfach.

Zitat:
Woher willst du nur wissen, dass Wildswan nichts für Obdachlose tut?
Bitte lies die vorhergehenden, älteren Antworten von mir nach. Ich behauptete dort nirgends, dass WildSwan nichts für Obdachlose tun würde. Wo tat ich das?
Nein. Sondern ich fragte nach, ob er selbst etwas für Obdachlose tut und wenn ja, dann was. Das fragte ich auch Dich, um es überhaupt zu erfahren.

Zitat:
Und auch wenn er nichts für diese tun würde, hat er die Berechtigung auf die sozialen Verwerfungen unserer Gesellschaft zu weisen, die meist die Gründe für die vielfache Obdachlosigkeit in derselben abbilden: stark steigende Mieten, sinkende Reallöhne bei den "einfacheren"Jobs, Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit, Erwerbsarbeitslosigkeit etc.
Sicherlich hat jeder eine Berechtigung, auf alles Mögliche hinzuweisen. Keine Frage.
Ich erinnere uns aber mal an das oben angeführte Zitat von WildSwan, in dem er den "dressierten Gläubigen" Scheinheiligkeit unterstellte und weiterhin feststellte, dass nach dem Weihnachtsfest die Obdachlosen weiterhin erfrieren würden und dies aber niemanden interessieren würde. Damit meinte er eindeutig die Masse der Bevölkerung, mit "niemanden".

Da ist doch die Nachfrage, ob er sich im Gegensatz dazu anders verhält und somit eine moralische Berechtigung zur Kritik der anderen hat, mehr als angebracht. Ansonsten kann er ja ruhig anprangern..., nur kann ich das dann nicht ernstnehmen.
Um das herauszufinden, fragte ich ihn nach seinem Engagement gegenüber Obdachlosen außerhalb der Weihnachtszeit.

Zitat:
Wenig bis nichts, außer dann und wann von meinem (wirklich) wenigen Geld an diese etwas abzugeben und mich mit denen zu unterhalten. Das ist wenig und sollte mehr sein, aber ich habe selber ordentlich Probleme in meinem Leben(war zeitweise auch ohne festes Obdach).
So, und damit Du das auch nicht als Vorwurf oder Angriff auffaßt, denn so war das auch nicht beabsichtigt, sage ich, das ist wenigstens ehrlich. Ich bin der Letzte, der daraus jemandem einen Vorwurf machen würde, weil das ein sehr schwieriges und komplexes Themengebiet ist und jeder auch ein eigenes Leben zu leben und zu organisieren hat und ebenso das Recht auf Fröhlichkeit und Unbeschwertheit hat, ohne deswegen die Egoismuskeule übergezogen zu bekommen.
Hätte WildSwan sich die Mühe gemacht, das anders darzustellen, sich dabei zu erklären und nicht mit plakativen Stereotypen zu arbeiten, auch, wenn es sicherlich zu oft am Kern rührt (denn seine Beobachtung trifft ja in Teilen zu- aber nicht pauschal), dann hätte ich gar nichts gesagt.

Zitat:
Ich habe mich früher bisweilen stärker engagiert und egal sind mit diese Menschen definitiv nicht. Hätte ich ein Haus, würde ich Obdachlosen kostenlos Unterkunft gewähren.
Wie gesagt, bitte nicht rechtfertigen. Daran ist mir nicht gelegen.
Außerdem, stelle Dir das bitte nicht so einfach vor- ein Haus und dann jemanden aufzunehmen. Das ist gut gemeint, kann aber für Dich sehr üble Folgen haben, die Du lange und bitter bereuen könntest. Das sage ich Dir aus eigener Erfahrung.
Aber eines würde ich auch tun, ohne Frage, gerade jetzt im Winter- würd ich jemanden erleben der hilflos draußen ist und keine Bleibe hat und es sind Minusgrade, dann könnte der auch mal ein paar Nächte in einem leerstehenden Raum nächtigen, hätte sogar einen warmen Ofen.
Aber wie gesagt- es ergeben sich daraus automatisch jede Menge potentieller großer Probleme, über die sich Außenstehende oder die Obdachlosen selbst auf Grund ihrer Lebensweise keine Gedanken machen, man selbst aber müßte diese ausbaden.
Im Extremfall kann das auch eine Type sein, die Du nicht mehr los wirst, falls jemand vielleicht sagt, O.K. bleib länger und zahle die Nebenkosten- daraus ergäbe sich automatisch ein Mietverhältnis, also Rechte des "Mieters" und Pflichten für den Vermieter, auch ohne schriftlichenVertrag, also nur mündlich. Die Zahlung der Nebenkosten kann schnell als Vetragsvollzug gesehen werden. Dann würde der dort wohnen, keinen Cent Miete zahlen, nur (wenn überhaupt) die Nebenkosten, im schlechtesten Fall Schaden anstellen und überdies Forderungen stellen. Das BGB läßt das zu, also mündliche Mietverträge. Das nur als Beispiel.

Zitat:
Das ist mir schon klar, also müssten 3 Dinge laufen
um der Obdachlosigkeit begegnen zu können:

a) Prävention: ...(...)...
b) Intervention: ...(...)...
c) langfristige Entwicklung durch Projekte, ...(...)...

Das kostet Geld und genau ein solches in ausreichendem Maße fehlt un unserer ach so solidarischen Gesellschaft, die sich alle Jahre an Weihnachten einen mit ihrer angeblichen Gutmütigkeit und Friedfertigkeit öffentlich wienert.
Ohne Frage, das kostet sehr viel Geld und bedarf eines gesellschaftlichen und politischen Willens, das überhaupt als Problem zu erkennen, die Bereitschaft, das angehen zu wollen und in den Menschen bzw. in dem Resozialisierungsvorhaben überhaupt auch ein Potential sehen zu wollen.

Zitat:
Wer unbedingt als Nomade leben will, darf das tun.
Man kann Menschen nicht zu einem Glück zwingen, das für sie vermutlich ein Unglück wäre.
So einfach ist das nicht. Denn wenn sich jemand abkoppelt und es ihm plötzlich einfällt: "nee, ist doch nicht so der Reißer", wie oft kann eine Gesellschaft das geduldig aushalten, sich die daraus ergebenden Bedingungen quasi aufdiktieren zu lassen, damit niemand "Unrecht, Unrecht" schreit? Nicht nur direkte, sondern auch indirekte Geldfragen z.B. durch Vermüllung etc.

Zitat:
Man kann aber Angebote schaffen und wenn die eine Freiwilligkeit und Respekt vor nicht-seßhaften Menschen zeigen, den diese vermutlich nur selten erleben, sieht vielleicht auch der Umgang von deren Seite mit solchen Angeboten anders aus?
Kann sein, kann nicht sein. Die Frage ist letztlich auch, welche öffentlichen Räume bleiben dafür zur Verfügung, dass es auch Akzeptanz finden kann?
Niemand, der ein Grundstück besitzt, wollte dort wilde Camper, die dort lagern, Abfälle und Fäkalien hinterlassen, Holz abhacken, Feuer machen etc. und für Beunruhigung sorgen. Im öffentlichen Raum will das eigentlich auch niemand erleben. Oder wolltest Du durch den Stadtpark spazieren, in lauer Frühlingsluft und allenthalben stößt Du auf Hinterlassenschaften in der Landschaft, also Müll etc.?
Unsere urbanisierten Gesellschaften sind eigentlich darauf längst nicht mehr eingestellt.
Es ist ja auch so, dass man mittlerweile nicht mehr so ungezwungen, wie das früher mal der Fall war, einfach mit Rucksack und Zelt oder Plane loszieht, auf Wanderschaft geht und abends sein Lager irgendwo aufschlagen kann, ohne, dass man mit Problemen rechnen muß- u.a. weil es als nicht zulässig betrachtet wird. Einerseits schade, andererseits verständlich.

Wobei man dazu sagen muß, dass es ja auch Leute sind, also keine Obdachlosen, sondern welche mit Wohnung, die ihre Partys irgendwo im Freien machen und Müll und Glas und Zerstörung hinterlassen.
Nur- die sind dann weg, aber Obdachlose, die fallen oft allein durch das Äußere auf - und diese und andere Gestrauchelte- z.B. Drogenabhängige usw., die werden dann damit in Verbindung gebracht- unabhängig davon, ob sie die Verursacher waren oder nicht. Oft sind sie es ja auch.

Ich will damit sagen, der Bezug zur eigenen Lebensumwelt ist gesamtgesellschaftlich tief gestört.
__________________
Die erste Million ist immer die schwerste. Die anderen kommen dann wie von selbst, wie man sieht
Zuzug umkehren!

Das ist die Aufgabe der Konzernkünstler:
Kapitalmacht in Herrschaft umzusetzen. Sie setzen die Maßstäbe von “gut” und “böse”, bestimmen, “was man trägt”, “was in ist”, beeinflussen das Fühlen, Denken und Urteilen der Menschen, sind eifrige Diener einer Oligarchie, an die sich sich verkaufen, um das Volk weiterhin zu “verarschen”

(O-Ton von “Mister Dax” Dirk Müller).

Geändert von Aderyn (23.01.17 um 00:21 Uhr)
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Alt 25.01.17, 16:53   #82
Kleinlok
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Zitat:
Zitat von Aderyn Beitrag anzeigen
Tut mir leid, aber Du weichst aus. Wir erinnern uns- ich ging auf folgende Aussage von WildSwan ein, ich zitiere:

"....Während die dressierten Gläubigen aufgebrezelt in der Kirche sitzen und sich in ihrer schönen Weihnachtsatmosphäre suhlen, erfrieren draußen die Verlierer der kapitalistischen Märchengesellschaft, die Obdachlosen.
Aber warum sich darüber Gedanken machen, das würde nur die schöne Weihnachtsstimmung kaputt machen.
Und wenn nach Weihnachten der Alltag eingekehrt ist, erfrieren sie weiter und niemanden interessiert es
....."

Das bestritt ich einerseits, und hinterfragte das Motiv WildSwans, solch eine Äußerung zu tätigen.
Ich kann mit Wildswans´s Aussage einiges anfangen, auch wenn (oder gerade weil) die sehr polemisch abgefasst ist.

a) der Ausdruck "dressierte Gläubige" trifft es- die Kirchen waren noch nie ein Ort für freies Denken, Handeln oder Rede. Artig sitzt man in der Reihe, steht gemeinsam auf und kniet nieder, so wie es der Gruppenzwang vorgibt und singt verstaubte Kirchenleider, die teils so tun, als ob es nie so was wie eine Aufklärung gegeben hätte.

b) Anlässlich des Weihnachtsfestes wird von Seiten der Kirchen und der Christen die Paraole "Frieden auf Erden" ausgegeben. Aber gerade die Art und Weise, wie ibn der globalisierten Welt (und auch früher schon) Weihnachten wirtschaftlich gestaltet wird (z.B. in Form der Ausbeutung armer Länder) bekommt das alles einen unglaubwürdigen, gar schon zynischen Chrakter,
Die Kritik an dieser Heuchelei kommt in Wildswans Kritik zum Ausdruck und das sehe ich voll und gnaz berechtigt.

Zitat:
Und zu behaupten, niemanden würde das interessieren, ohrfeigt all die, die sich ehrenamtlich, privat oder spontan engagieren und helfen, neben all den institutionalisierten Hilfsangeboten.
Diese Hilfsangebote haben meist den grundsätzlichen Mangel, dass sie sich nur mehr an den Symptomen abarbeiten, keine eigentliche Arbeit betreffs der Ursachen leisten.

Zitat:
Nein. Sondern ich fragte nach, ob er selbst etwas für Obdachlose tut und wenn ja, dann was. Das fragte ich auch Dich, um es überhaupt zu erfahren.
Ist es nicht auch in Ordnung, auf Probleme hinzuweisen, auch dann, wenn man selber nichts oder noch nichts zur Lösung der selben tut?

Zitat:
Sicherlich hat jeder eine Berechtigung, auf alles Mögliche hinzuweisen. Keine Frage.
Ich erinnere uns aber mal an das oben angeführte Zitat von WildSwan, in dem er den "dressierten Gläubigen" Scheinheiligkeit unterstellte und weiterhin feststellte, dass nach dem Weihnachtsfest die Obdachlosen weiterhin erfrieren würden und dies aber niemanden interessieren würde. Damit meinte er eindeutig die Masse der Bevölkerung, mit "niemanden".
So wirklich interessieren die sozialen Probleme in unserer feinen Geselslchaft nicht, denn wenn das anders wäre, gäbe es sie nicht mehr, zumindest nicht in dem aktuiell gültigen Umfang.
__________________
Auf der Wehratalbahn sollen wieder Züge fahren.

https://www.facebook.com/Reaktivieru...08351/?fref=ts

Und auf der genialen "Spessartrampe" soll Zugverkehr
möglich bleiben:

https://www.facebook.com/Fans-und-Fr...ts&pnref=story
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